Workshops

Eine Welt macht sich fit für die Migrationsgesellschaft!

WORKSHOP PHASE I (11:15 – 13:15 Uhr)

Workshop 1: Was ist institutioneller Rassismus? Welche Rolle spielt er in der Eine Welt-Arbeit?
Rassismus in der Eine Welt-Arbeit? Gibt es das? In dem Workshop soll anhand des Konzepts des institutionellen Rassismus erarbeitet werden, wie Ausschlussmechanismen und Normen in Institutionen wirken können – unabhängig davon, ob Akteur*innen innerhalb der Institutionen absichtsvoll handeln oder nicht. Außerdem werden Ansätze vorgestellt, wie Organisationen solche Ausschlussmechanismen erkennen können und anfangen können, Vielfaltskompetenzen aufzubauen.

Referierende: Vera Sompon (Sompon Socialservice), Jeasuthan Nageswaran (Bundeskoordinator des agl-Fachforums Migration, Diaspora und Entwicklung (MDE) ).

Workshop 2: Der koloniale Beigeschmack – wie kann Partnerschaftsarbeit auf Herzenshöhe und mit Selbstbestimmung gelingen?
Unsere heutige globale Welt basiert auf Partnerschaften, die sowohl mit Freude aber auch mit schmerzhaften Geschichten verbunden sind. Freude für diejenigen die sich als “besser und zivilisiert” wahrnehmen und sich für die “Rettung der Welt” global engagieren und dabei oft ihre eigene wirtschaftliche Situation sichern. Schmerzhaft für diejenigen, die seit Jahrhunderten “dankbar” sein sollen, im Namen von Religion, Entwicklung und vermeintlicher Partnerschaft marginalisiert und ausgebeutet zu werden. Vor dem Hintergrund dieser seit Jahrhunderten historisch belasteten Beziehung zwischen Globalem Norden und Süden stellt der Workshop die Frage: können wir überhaupt Partnerschaften auf Augenhöhe ohne kolonialen Beigeschmack aufbauen? Wie kann eine Zusammenarbeit auf Herzenshöhe statt Augenhöhe gelingen? Diese Fragen werden wir gemeinsam konstruktiv diskutieren.

Referierender: Tshamala Schweizer (Afrokids International e.V.).

Workshop 3: Macht der Worte: Ein Einblick in die Normalität rassistischer Sprache und Bilder
Der Workshop richtet sich an Mitarbeitende in NGOs, Weltläden, Kommunen und Bildungseinrichtungen. Die inhaltliche Auseinandersetzung mit der eigenen Wortwahl kann ein Ausgangspunkt dafür sein, die eigene Sprache und Bilder im eigenen Denken zu hinterfragen und zu ändern. Wie bezeichnen wir „die Anderen“? Welche Bilder verbergen sich dahinter? Und welche Macht haben diese Bilder und Worte? Anhand von Fallbeispielen werden auch postkolonialistische Machtverhältnisse thematisiert, die bis heute vorhanden sind. Es erwartet Sie ein interaktives, kurzweiliges und forderndes Training für Dialoge auf Augenhöhe.

Referierende: Sylvia Holzhäuer (SIMAMA e.V.), Dr. Robert Ruprecht (SIMAMA e.V.).

Workshop 5: Schwarz ist der Ozean – Was haben volle Flüchtlingsboote vor Europas Küsten mit Sklavenhandel und Kolonialismus zun tun?
Man kann die Gegenwart kaum verstehen, wenn man die Geschichte nicht kennt. Wo hat unsere aktuelle globale “Arbeitsteilung” ihren Ursprung? Wer profitiert von ihr und wer nicht? Was haben zwangsrekrutierte Soldaten in beiden Weltkriegen mit der Etablierung der Demokratie in Deutschland zu tun? Was hat das Ganze mit Flucht und Migration heute zu tun? Der Workshop schlägt einen Bogen von den aktuellen Flucht-Bewegungen bis zur Geschichte Europas und Afrikas der letzten 500 Jahre und gibt Tipps, wie dieses Thema in der Bildungsarbeit eingebracht werden könnte.

Referierender: Serge Palasie (Eine Welt Netz NRW)

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WORKSHOP PHASE II (15 – 17 Uhr)

Workshop 6: Everybody is unique but everybody is different (Workshop in englischer Sprache)

Despite the gradual appreciation of each other’s uniqueness, pertinent questions are still being raised, in the context of societal diversity – such as what shapes each person’s view of the other? If „race“ is a social construct, not a valid scientific category, why does it affect people’s lives in myriad different ways? Should we strive for equality of equity? If religion has shaped the way we think for generations, how has this affected our uniqueness and differences? In what ways can we embrace each other’s uniqueness and differences? These and many more questions will be considered.

Referierende: Genevieve Djan und Maurice Migadde (CLEAN-Africa e.V.)

Workshop 7: „Schöne neue digitale Welt?“ Rohstoffabbau und Migration am Beispiel der DR Kongo und Bolivien
Elektromobilität, Digitalisierung, Energiewende: Diese Begriffe sind in der Nachhaltigkeitsarbeit positiv besetzt. Dabei wird gerne ignoriert, dass insbesondere für die Energiespeicherung enorm viele Rohstoffe benötigt werden, deren Abbau in Ländern des Globalen Südens oft mit Menschenrechtsverletzungen, Krieg und Umweltzerstörung verbunden ist. Am Beispiel der Demokratischen Republik Kongo und Bolivien werden in dem Workshop die Zusammenhänge zwischen Rohstoffabbau und Migration genauer unter die Lupe genommen. Beide Referierende können dabei aus persönlichen Erfahrungen und Bezügen berichten.

Referierende: Cathy Plato (Ndwenga e.V.), Oscar Choque (Ayni Verein für Ressourcengerechtigkeit e.V.)

 

Workshop 8: Muslimisches Engagement im Fairen Handel und der Nachhaltigkeitsarbeit
Zunehmend engagieren sich Muslim*innen auch im Fairen Handel und in der Nachhaltigkeitsarbeit. Auf der Grundlage verschiedener Projekte in Baden-Württemberg wollen wir Eine Welt-Akteure und die muslimisch engagierte Zivilgesellschaft zu einem Erfahrungsaustausch einladen, um gemeinsam zu erarbeiten, wie die Öffnung des Fairen Handels und der Nachhaltigkeitsarbeit weiter vorangebracht werden kann und wie dies konkret vor Ort aussehen könnte.

Referierende: Yasemin Soylu (Muslimische Akademie Heidelberg i.G.), Isabelle Francois (Eine Welt Forum Mannheim)

 

Workshop 9: Wie können Kommunen von der entwicklungspolitischen Expertise von Migrant*innen profitieren?
Eine zunehmende Anzahl an Kommunen unterstützt aktiv den Fairen Handel, fördert entwicklungspolitische Informations- und Bildungsarbeit der Zivilgesellschaft, ist im Klimaschutz aktiv oder pflegt kommunale Partnerschaften mit Städten im Globalen Süden. Eine stärkere interkulturelle Ausrichtung dieser Aktivitäten kann dazu beitragen, dass Diasporagemeinschaften und migrantische Organisationen besser an diesen Aktivitäten teilhaben können und diese mitgestalten. Wie kann dies gelingen? Welche Möglichkeiten haben Kommunen dafür? Und welchen Beitrag kann dies leisten, einen anderen Blick auf Migration und Migrant*innen zu entwickeln?

Referierende: Lucy Contreras (MiGlobe Beraterin Baden-Württemberg) Tirza Emmering, Forum der Kulturen Stuttgart e.V.

 

Workshop 10: Entwicklung neu denken – Blick auf Entwicklung und Wachstum aus der Perspektive von Migration und Globalem Süden
Das Verständnis darüber, was Entwicklung ausmacht, ist meist vom Gedanken an ewiges Wirtschaftswachstum geprägt, das – ausgehend von den Ländern des globalen Nordens – über die ganze Welt verbreitet wird. Doch die Formel „Konsum = Entwicklung“ wird zum Problem, wenn Menschen und Umwelt in einem zunehmenden und nicht erträglichen Ausmaß darunter leiden. Der Workshop möchte einen Raum schaffen, in dem insbesondere von Migration und vom Globalen Süden geprägte Perspektiven auf Entwicklung diskutiert werden, die oft nicht gehört werden, aber über ein Wissen verfügen, das als Schlüssel für neue Wege wirken kann. Wir werden der Frage nachgehen, wie andere Kriterien für Entwicklung aussehen könnten, und wo Orte sind, in denen diese andere Richtung auch umgesetzt werden kann.

Referierende: Dr. Boniface Mabanza (Kirchliche Arbeitsstelle Südliches Afrika), Dr. Christoph Gran (ZOE Institut für zukunftsfähige Ökonomien)